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Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche in Niederlana
Hochaltar von Hans Schnatterpeck

Ort: Lana

1492 wurde die spätgotische Wandpfeilerkirche eingeweiht. Josef Weingartner zählt sie in seinen „Kunstdenkmälern Südtirols” zu den „schönsten gotischen Kirchen des Landes.” Ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Kunstwerk stellt der gotische Flügelalter aus der Werkstatt von Hans Schnatterpeck dar. Der mit über 14 m Höhe größter Altar des Alpenraumes wurde 1503-1511 geschaffen.
Bei Ausgrabungen wurden Reste eines romanischen Fundamentes gefunden.

Geschichte:
die Pfarrkirche mit rund 10.000 Seelen, seit 1959 Erzpfarre, reicht in ihren Anfängen zurück in die Jahrtausendwende. Um 1170 erwarben die Edlen-Brandisser (seit 1642 Grafen und heute noch hier ansässig) laut Familientradition den Besitz der Flavoner und damit auch die Vogtei über das nun als Pfarrkirche dienende Gotteshaus. Der erste urkundlich erwähnte Pfarrherr mit Namen Berthold scheint im Jahre 1239 auf. Die erste urkundlich erwähnte Ablassverleihung anno 1298. Im Jahre 1396 inkorporiert Papst Bonifaz IX. die Pfarre Lana den deutschen Orden, der auch heute noch die Seelsorge hier ausübt. Diese Übergabe löste einen erbitterten Streit aus, der, da die Herren von Brandis das Vogteirecht als allein ihnen zustehend betrachteten, erst 1728 durch einen Vergleich bereinigt wurde. Die abseitige Lage der Kirche - der Markt hatte sich arg nach oben erweitert - erfordert in jüngster Zeit den Bau einer Hilfspfarrkirche - der in den Jahren 1939 -1943 und 1949 - 1950 in Mitterlana erstanden ist, in der schönen Hl. Kreuzkirche.

Der Bau: Die Pfarrkirche zu Maria Himmelfahrt ist eine der besten Leistungen der Südtiroler Spätgotik und wurde 1470 begonnen und am 15. Juli 1492 eingeweiht. Sie erhebt sich wohl sicher über einer vorausgegangenen bescheidenen romanischen Anlage, welche nach Vollendung des Neubaues abgebrochen wurde. Weder über den Baumeister noch über die Baugeschichte sind urkundliche Belege erhalten geblieben. Bauherren waren in erster Linie die Brandis und der Deutsche Orden. Der Bau selbst zeigt sich uns als fünfjochige Wandpfeilerkirche und zeichnet sich durch ungewöhnlich schöne Maßverhältnisse und stilreine Durchführung, als auch durch reine Verwendung von Haussteinarbeit aus. Der Chor schließt polysonal ab und ist verjüngt. Das Gewölbe mit seinem reichen Rippennetz ist gleich hoch wie in dem Langhaus. Besonders beachtenswert ist die über die 3 Rundbögen sich erhebende reich gegliederte Schauwand der Orgelbühne. Die Galerien der Langhauswände sind ein in Südtirol seltenes Bauelement.

Der Hochaltar von HANS SCHNATTERPECK
Im Verein mit der rahmenden Architektur des Chores bietet der 14 m hohe Flügelaltar - der Größte im ganzen Alpengebiet - und zu den 5 größten dieser Art im deutschen Sprachraum überhaupt gehörend - ein sehr eindrucksvolles Bild. Laut Vertrag vom 18.08.1503 bestellen die Kirchenpröpste Konrad Haug und Peter Saltner beim Meraner "Maler" Hans Schnatterpeck eine "newe vol formyrte Tafl" mit seinem Dukatengold verguldet und auch mit "veiner bestenndiger Varb" für den "Fronaltar" unser lieben Frauen Pfarrkirchen zu Länach. Der aus Kastanienholz geschnitzte Altar ist 14,10 m hoch und knapp 7 m breit. Er enthält 35 lose Figuren, die nur hineingestellt sind und die Größen der Figuren reichen von 25 cm bis zu 1,80 m.

Restaurierung: Zwischen 1860 - 1880 erfolgte eine Stilreinigung, wobei die Barockausstattung aus der Kirche entfernt und dieselbe neugotisch eingerichtet wurde. Aus dieser Zeit stammen die Chor-, Bet- und Beichtstühle (Meister Lobis aus Sarnthein), die Orgel und die Seitenaltäre, deren störender Aufbau bei der Renovierung 1957 entfernt wurde. Der Kreuzweg wurde von einem Ortskind, dem Bildhauer Josef Waßler, geschaffen. Die letzte Renovierung war 1991: die Kirche und der Altar wurden renoviert.

Nur bei Führungen geöffnet:
06.04. - 31.08.2010
Mo - Sa: 11.00 Uhr, 15.00 Uhr, 16.00 Uhr

01.09.-30.10.2010
Mo - Sa: 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 15.00 Uhr, 16.00 Uhr, 17.00 Uhr

Am 31.10.10 sind keine Führungen vorgesehen, die Kirche bleibt jedoch von 9.00 - 17.00 Uhr geöffnet.
Dauer der Führung: 1/2 Stunde


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